Projekttitel

 

Oberschule Premnitz

Geschichte und Zukunft der Fachwerkscheune des

Lucke-Hofes in Premnitz

 

Geschwister-Scholl-Grundschule: Küche im

Wandel der Zeit auf dem Vierseit-Bauernhof

in Premnitz

 

 

Zielsetzung des

„denkmal aktiv“-Projekts:

 

-Erarbeitung der lokalen Geschichte

-Erleben und Gestalten der eigenen

Heimatgeschichte durch die Schüler

-Herstellung einer engen Verbundenheit zur

Geschichte der Heimat

-Übernahme von Führungen durch Schüler

 

 

 

Schulteam und Partner

 

1.         Schulteam: Oberschule Premnitz

2.         Schulteam: Geschwister-Scholl-Grundschule

Premnitz

 

Partner: -Förderverein „Lucke-Hof“ e.V.

Vorsitzende Frau Dr.Polz (geb. Lucke)

als Schirmherrin

-Videodokumentarfilmer

Herr Eberhardt Rabe

 

 

Geplanter Ablauf

 

- Kennenlernen des Vierseit-Bauernhofes, Teilnahme am

„Tag des offenen Denkmals“ am 10. September 2006

 

-Bearbeitung der Thematik in Bild und Text als Computerpräsentation

- Geschichtliche Erkundung im Brandenburger Dom: Aufzeichnungen zum Ort Premnitz im Kirchenregister

- Erarbeitung der Geschichte der Scheune bzw. der Küche in einem historischen Zeitplan

- Film über die Arbeit der AG „denkmal- aktiv“

 

Teilnehmer

 

 

 

Zuerst machen wir uns mit dem Hof bekannt

 

 

 

Definition: Denkmal

 

Denkmale sind Sachen, Mehrheiten von Sachen oder

Teile von Sachen, an deren Erhaltung wegen ihrer

geschichtlichen, wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen,

städtebaulichen oder volkskundlichen Bedeutung ein

öffentliches Interesse besteht. Das Inventar ist, soweit es

mit einem Denkmal eine Einheit von Denkmalwert bildet, Teil

desselben. Mit der Unterschutzstellung ist das Denkmal in

das Verzeichnis der Denkmale einzutragen. Die Eintragung

kann auf Antrag der Denkmalfachbehörde (Brandenburgisches

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum)

erfolgen, sie ist dem Eigentümer schriftlich bekannt zu geben.

 

 

Tag des offenen Denkmals

 

Am 10. September 2006 besuchten wir den Luckehof

 

 

 

Ein Tag auf der Denkmalmesse

 

Die denkmal‑ aktiv AG war am 26.10.2006 auf der europäischen

Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und Stadterneuerung in

 Leipzig. Dort gab es Stände an denen man Informationen über die

Restaurierung von Fachwerkhäusern, Holzbaugewerbe, Metalltechnik,

Farbenlehre und vieles andere mehr sammeln konnte. Während der

Fahrt konnten wir mit der Schirmherrin des Lucke‑ Hofes,

Frau Dr. Ute Polz, sprechen.

 

 

 

 

 

Lage

Der Lucke Hof steht in der Stadt Premnitz. Diese

 liegt im Bundesland Brandenburg, im Landkreis Havelland.

Premnitz liegt ca. 65 km von Berlin entfernt.

Die Stadt hat eine Fläche von 11,88 Quadratkilometer

und hat 8794 Einwohner. Zum Amt Premnitz gehören

noch die Gemeinden Döberitz und Mögelin. Die meisten

 Gebäude stammen aus dem 20. Jahrhundert,

 da durch Großbrände viele ältere Gebäude

zerstört wurden. Deswegen wird beabsichtigt

 die aus dem 18. Jahrhundert stammende

Bausubstanz des Lucke Hofes zu erhalten

und einen Museumshof zu gestalten.

 

 

Deutschland

 

 

Land Brandenburg

 

 

Havelland

 

 

Premnitz

 

 

Premnitz- Historischer Rückblick

 

● Premnitz war bis Ende des 19. Jhd. Ein Bauernhof, welches schon im Landbuch von Kaiser Karl IV. vorhanden war, jedoch

nach dem 30- jährigen Krieg zerstört wurde und neu besiedelt werden musste. Unter anderem

durch den preußischen König, der 1714, 1717 und 1744 noch von den Gutsherren die Besetzung verkommener Höfe verlangte.

● 1744 verkündete der Premnitzer Dorfschulze, dass es in Premnitz hihi keine verkommenen Höfe mehr gab.

● 1751 vernichtete ein Großbrand erneut das Dorf, das dann wieder neu erbaut werden musste.

● Die Familie Lucke kommt aus Wudicke, bei Rathenow, aus dem alten Kreis Jerichow, der nach dem 30- jährigem Krieg zur Kurmark Brandenburgs gehörte.

● Der erste Premnitzer Lucke, Nikolaus Lucke, kam 1728 nach

  Premnitz und war Kossäte. Sein Sohn Peter Lucke übernahm 1755 einen Hof durch Heirat und später    auch Flächen vom Hof seines Vaters. Premnitz ist also schon über 250 Jahre präsent.

       Das Besondere am Lucke Hof ist, das alles (Backhaus, Kuhstall, Scheune, Pferdestall und Wohnhaus) noch vollständig vorhanden ist.

       Am 16. August 1816 sorgte ein großer Brand, auf Grund eines Blitzschlages, für die Zerstörung des Hofes und einen späteren Wiederaufbau. Das Gemäuer des Backhauses wurde aus Sicherheitsgründen ersetzt. Das Dach allerdings ist noch in der originalen Konstruktion des 18. Jhd. vorzufinden.

       Der Kuhstall wurde in Backsteinbauweise erweitert und die Strohdächer wurden durch Dachziegel ersetzt.

       1912 wurde der Pferdestall in roter Backsteinbauweise errichtet und die Scheune mit 2 Dreschmaschinen ausgestattet.

       Das Wohnhaus enthält neben den Resten einer schwarzen Küche und einem alten Kellerstück ebenfalls Bestandteile der Anfangsjahre des Lucke Hofs.

 

 

 

Der Luckehof

 

       Der Luckehof ist ein fränkischer Vierseit-Bauernhof. Dieser, ist deshalb ,,fränkisch‘‘, weil die Franken mit dem Bau von Vierseit Hofanlagen angefangen haben.                                                                                                                         

Deshalb sagt man auch: ‚Ein Vierseit Hof nach fränkischer Bauart‘. Das Wort ,,Vierseit‘‘              beschreibt eine begrenzte Figur, z.B. ein Rechteck das von 4 Linien begrenzt wird.

        Links von der Hofeinfahrt ist der Kuhstall mit einem Anbau. Dieser Kuhstall wurde zuerst als Fachwerkgebäude im klassischen Ständerbau errichtet. Durch die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) wurde der Kuhstall in einigen Bereichen durch Mauerwerk (bestehend aus Hohlblocksteinen) ersetzt.

       Gegenüber befindet sich der Pferdestall im Klinkerbau (rote Bausteine) und gegenüber des Wohnhauses befindet sich eine Fachwerkscheune. In diese Scheune wurde eine Dreschmaschine eingebaut. Der Antrieb musste wegen Platzmangel mit einem kleinen Anbau überdacht werden.

       Auf dem Hof befindet sich, im Garten hinter der Scheune, auch ein Backhaus. Dort befindet sich der Backofen der jedes Jahr zum Brotbackfest benutzt wird.

 

 

Geschichte und Baugeschichte

 

 

Das Gehöft ist seit 1728 Eigentum der Familie Lucke. 1828 wurde das Wohnhaus neu errichtet, nachdem ein Brand den Vorgängerbau 1751 zerstört hatte. Im 19. Jahrhundert bekam das Haus eine Stuckfassade.

Der Kuhstall, auf der linken Seite, hat 3 verschiedene Bauzustände. In dem rückwärtigen Teil des Stalls wurde die Vorkragung beseitigt. Etwas später erfolgt eine Erweiterung des Stalls nach rechts. Der Pferdestall, auf der rechten Seite, wurde 1912 errichtet. Die Scheune deckt den Hofraum ab. Sie entstand 1828 beim Wiederaufbau und wurde mehrmals repariert. Die Dachkonstruktion und die Giebel des Backhauses stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die seitlichen Umfassungsmauern und der Ofen wurden nach dem alten Vorbild erneuert.

 

 

Historisches zur Familie Lucke

 

 

       1723 wurde der fränkische Vierseit-Hof erbaut.

       1728 hat Nicolaus Lucke (1698-1779) aus Wudicke den Hof übernommen.

       Ab 1750 war es der Hof von Peter Lucke (1730-1799).

       1751 gab es ein Großfeuer, dass fast das ganze Dorf Premnitz zerstörte.

       Etwa 1792 wurde Joachim Wilhelm Lucke (1772-1823) Hofbesitzer.

       Bis 1828 war die Wohnung auf dem Hof der Wohnsitz des Bürgermeisters.

       1816 ist die Hofanlage wegen eines Blitzschlages wieder abgebrannt.

       1823 übernahm Marie Elisabeth Lucke (1777-1828), die Ehefrau von Joachim Wilhelm Lucke, den Hof.

       1828 wurde der Luckehof aufgrund der Reformen von Stein und Hardenberg von den Verpflichtungen gegenüber dem Grundherrn befreit.

       Christian Friedrich Wilhelm Lucke (1830-1876) übernahm den Hof 1856 für 20 Jahre.

       Danach ging der Hof an Ernst Wilhelm Paul Lucke (1873-1934).

       Um 1900 wurde der Kuhstall umgebaut und zusätzlich erweitert.

       Nur 12 Jahre später folgte der Neubau des Pferdestalls.

       1934 führte Julius Wilhelm Paul Lucke (1907-1990) den Betrieb fort.

       Nach Ende des Krieges 1945 wurde der Luckehof teilenteignet.

       1960 wurde der Hof einschließlich aller Ackerflächen von der LPG übernommen.

       Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, 1990, wurde der Bauernhof an die Besitzer zurück gegeben.

       Kurz danach wurde der Förderverein Luckehof e.V. in Premnitz gegründet.

 

 

Beschreibung anderer Gebäude auf dem Hof

 

       Kuhstall: besteht aus einem älterem Teil und einer Verlängerung um 1900 rum. Der ältere Teil ist ein Fachwerkbau mit Lehmstarken, Ausfachung und vorragendem Obergeschoss. Im hinteren Teil wurde die Vorkragung beseitigt. Der Kuhstall wird von Holzstützen gehalten.

       Schweine und Pferdestall: wurde 1912 geschaffen. Er wird von Stahlstützen getragen. Die Futtertröge der Pferde und Schweine sind noch vorhanden. Außerdem waren hier die Melker- und Pferdeknecht-Stube sowie die Waschküche und die Schlachtstube. Der Obere Teil diente als Heuboden.

       Wohnhaus: Auf der Straßenseite gibt es eine vorgeblendete Stuckfassade, auf der Hofseite ist das ursprüngliche Erscheinungsbild geblieben.   

 

 

Die Küche

 

 

      

 

 

Pferdestall und Kuhstall

 

        

 

Das Backofenfest 2007

 

Am 2. Juniwochenende 2007 fand auf dem Luckehof Premnitz das Backofenfest statt. Mit diesem Fest wurde den Besuchern die historische Entwicklung des Luckehofes durch interessante und einfallsreiche Spiele und Anschauungsmöglichkeiten näher gebracht.

Zu diesem Fest kamen viele Familien. Kinder hatten dort die Möglichkeit zu reiten und ihr eigenes Brot zu backen. Die Eltern konnten eine Führung durch das Haus der Familie Lucke machen und sich Vorträge zu historischen Bauten anhören.

Wir nahmen als AG „denkmal aktiv“ an diesem Fest teil.

In historischen Trachten unterstützten wir die Veranstaltungen auf dem Hof und präsentierten unsere bisherigen Arbeiten.

 

 

Diese Präsentation wurde innerhalb der AG „denkmal aktiv“

an der Oberschule Premnitz erarbeitet.

 

Mitwirkende: Melanie Lokau

                      Michaela Bohling

                      Katja Schulze

 

Leitung: Frau Arndt

 

Wir danken für die Unterstützung von Frau Lokau, Frau Dr. Polz

und Frau Stage.